Schrotschuss 2023 ... und immer noch tsch�ss ....

Schrotmassenreduzierung ist der Einstieg in den Ausstieg vom Flintenschie�en!

"Mit der 28-Gramm Ladung ist das Ende der Fahnenstange erreicht!"

(So DJV Vizepr�sident Anton K�hler+ in einem Interview w�hrend der DJV Bundesmeisterschaft 1993 in Freiburg)

Offensichtlich nicht! Soweit zur Glaubw�rdigkeit!

Wann wird der DJV e.V. sich in seinem jagdlichen Schie�en endg�ltig vom Schrotschie�en verabschieden?

Der Deutsche Jagdschutz Verband DJV e.V. hat nach 1989 wieder einmal beschlossen, da� bei seinen Meisterschaften im jagdlichen Schie�en ab 1999 nur noch Schrotpatronen mit einer wiederum reduzierten Schrotmasse von 24 Gramm (7/8 oz. oder 11/13 oz) verwendet werden d�rfen. Die Landesjagdverb�nde sollen diesen Beschlu� f�r ihre Bereiche umsetzen. Sch�tzen- und Jagdverb�nde haben das Schrotgewicht der Wurfscheibenpatronen auf eine 7/8 Unze begrenzt, um das Treffen zu erschweren." ,,Keine Nachteile durch 28-Gramm." So oder �hnlich lasen sich 1989 die Mitteilungen und Werbetexte �ber die neue Schrotmasseneinschr�nkung in der Fachpresse und in Jagdzeitungen. "Keine Nachteile durch 24 Gramm" hie� es auch 1999 ... - und wie geht es weiter? Wer wei�, wo die Fahnenstange endet? Beim internationalen jagdlichen Schie�en nach FITASC, der auch der DJV angeh�rt, sind immerhin noch 28 Gramm (1 oz) Vorlagen zul�ssig. Inwieweit hier dem logistischen Druck der Munitionshersteller zu einer latenten Preiserh�hung nachgegeben wurde, bleibt zu untersuchen.

Die 3/4 oz ( 21g) oder 5/8 oz (18g) Ladungen scheinen schon anvisiert!

Nur die J�ger, Sch�tzen, die Verbraucher, die letztlich betroffenen, die diese Patronen annehmen und kaufen sollen, wurden nach ersten Reaktionen �berrascht und sitzen nun auf ihren Vorr�ten. Wenn etwas recht pl�tzlich und unerwartet beschlossen wird, das gilt ganz besonders f�r das jagdliche Schie�en, dann ist immer eine besondere Skepsis angebracht, zumal die Erw�gungen und Entscheidungsbahnen undurchsichtig bleiben. Es soll einmal versucht werden, diese �nderung analog zur letzten gravierenden Einschr�nkung zu durchleuchten und dabei den Sachverhalt objektiv darstellen, die Auswirkungen aufzeigen, aber auch mit kritischen Anmerkungen und Fragen nicht zur�ckhaltend sein. Dabei wurde auch bei der Umrechnung von Unzen (oz) in Gramm eine verborgene weitere Reduzierung der Vorladung bewirkt.

Die 24 Gramm Ladung verletzt die Grunds�tze nicht nur deutscher Waidgerechtigkeit, weil sie zu einem jagdpraxisfeindlichen Schrotschu� verleitet! Die Schrotgeschwindigkeit steigt! Das Vorhaltema� ver�ndert sich! Der Gef�hrdungsbereich wird gr��ter! Der jagdliche Schrotschu� wird f�r viele J�ger kaum noch trainierbar und somit unkalkulierbar! Es mu� also mehr ge�bt und geschossen werden! Doch davon ist nicht viel zu bemerken!

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang eine Pressemitteilung des DJV vom 23. M�rz 1989 mit dem Titel "keine Nachteile durch 28 Gramm-Patronen". Es hei�t darin: ,, Keine Nachteile bei der Verwendung von 28 Gramm-Schrotpatronen gegen�ber Patronen mit einer Ladung von 32 Gramm (1 1/8 oz) beobachtete seinerzeit die Deutsche Versuchs- und Pr�f- Anstalt f�r Jagd-und Sportwaffen (DEVA) ohne entsprechende Analytik bei einem Vergleichsschie�en in Buke / Nordrhein - Westfalen. In 52 jagdlichen Durchg�ngen beschossen zwei Rotten mit jeweils sechs versierten Sch�tzen insgesamt 1560 Tauben. Die Flugweite war auf 70 Meter eingestellt Zuallererst m�chte ich hier deutlich betonen, da� bislang f�r Meisterschaften im jagdlichen Schie�en eine Schrotladung von 36 Gramm zugelassen waren. Von da her ist die Aussage des ersten Satzes gef�hrlich irref�hrend, weil sie suggeriert, da� der Unterschied im Grunde gar nicht so gro� ist. Au�erdem ist immer Vorsicht geboten, wenn jemand etwas wegnimmt und behauptet, es w�re kein Nachteil.

Weiter mu� auch die Signifikanz und Aussagef�higkeit des ,,Buke - Versuchs" bezweifelt werden. Gerade diesen Zweifel st�tzt  selbst der nicht unumstrittene Herr Ing. Kinsky von der DEVA, auch wenn sonst gutachtlich nicht immer auf der H�he, wenn weiter im gleichen Papier ausgef�hrt wird: ,,Der technische Leiter der DEVA, Ing. Helmut Kinsky, betonte, da� aufgrund der relativ geringen Anzahl der Durchg�nge keine endg�ltig gesicherten Aussagen �ber die Leistung und Eignung der 28 Gramm -Patrone f�r das jagdliche Trap-Schie�en m�glich seien. Die Schie�ergebnisse lie�en jedoch den Trend erkennen, da� keine Nachteile bei der Verwendung von 28 Gramm Patronen zu erwarten seien, wenn unter den bisherigen Bedingungen der DJV-Schie�vorschrift geschossen w�rde".

Dagegen schreibt Herr Strube von der  DEVA e.V:  in Der Pirsch Heft 7/89 5. 46f unter dem Titel ,,...wie wirken 28 Gramm?,, zur Deckung der 28-Schrotladung: ... f�r den zweiten Schu�, auf 42 m zeigen sich erhebliche Unterschiede in der Deckung. Bei der 28g-Patrone ist sie schon so l�ckenhaft, da� zuverl�ssiges Treffen nicht mehr gew�hrleistet werden kann: Die Wurftaube kann dabei beim Zusammentreffen ung�nstiger Umst�nde, auch wenn sie mitten in der Garbe liegt, von den Schroten verfehlt werden." Weiter fordert er als Konsequenz daraus: ,,F�r das jagdliche Wurftaubenschie�en wird es also beim Trap k�nftig erforderlich sein, entweder den zweiten Schu� schneller abzugeben - oder die Wurfweite der Tauben zu verk�rzen.". Wieviel mehr gelten diese Vorbehalte erst bei 24 Gramm Ladungen!

Ist es nur eine Frage der Zeit, bis die unkluge und unkundige Politik des DJV e.V. und deren sogenannten Berater die Vorladung auf Null reduziert haben wird und somit das Schrotschie�en scheibchenweise abschafft?

Tats�chlich wird nur von einer l�ngst �berf�lligen und notwendigen Reform des jagdlichen Wurfscheibenschiessen in Richtung eines normierten und reduzierten Parcoursschiessens und dem Erhalt  und Ausbau von Schie�anlagen abgelenkt. Ebenso werden latente erhebliche Preiserh�hungen  bei den Schrotpatronen zum Nachteil des Schie�ens verschleiert.

Die Diskrepanz zwischen Jagdpraxis und jagdlichem Schie�en wird am Beispiel des Schrotschie�ens besonders deutlich. Die Schie�technik, Schwingen und Vorhaltema� sind gegen�ber der Jagdladung deutlich ver�ndert. Die h�heren Geschwindigkeiten der 24-Gramm Ladungen verleiten zum Punktschie�en. Das ist letztlich wider den Tierschutz und die Jagdethik.

Diesem widerspricht nun aber die DJV-Pressemitteilung, wenn dort �berdeutlich herausgestellt wird: ,,Hiermit wurde erneut best�tigt, da� es keine Veranlassung gibt, die in der DJV-Schie�vorschrift angegebene Wurfweite der Tontauben von 70 Meter (plus/minus f�nf Meter) zu ver�ndern.". Zumindest jetzt melden sich beim aufmerksamen J�ger/Leser erhebliche Zweifel an, die nicht so bestehen bleiben d�rfen. Zutreffend ist, da� die 28-Gramm (1 oz) Beschr�nkung in keiner Weise f�r die Jagd, f�r das �bungsschie�en und f�r die J�gerpr�fungen gilt. Es sei denn, da� pfiffige Beh�rden auf die Idee kommen, auf Wurftaubenst�nden nur noch 24-Gramm Schrotladungen zuzulassen, wie in einem alarmierenden Beispiel in Der Pirsch 13/89 auf S. 42f  beschrieben. Wie stellt sich nun der J�ger zu dieser recht widerspr�chlich dargestellten Problematik? Es ist auff�llig, wenn der DJV in Pressemitteilungen, die eher nach Dementis aussehen, eine Sache verteidigt, bevor sie �berhaupt kritisch betrachtet und durchleuchtet wurde. Gleiches gilt analog, jedoch verst�rkt f�r die 24-gramm Ladungen. Deshalb m�chte ich die Schrotladungsproblematik einmal darstellen und diskutieren.

1. Bestandsaufnahme

Zun�chst einmal eine kleine Bestandsaufnahme mit der Frage: welche Schrotmassen sind in den gebr�uchlichen Kalibern �blich? Tabelle 1 Schrotladung / Kaliber Die Tabelle zeigt die Bandbreite der gebr�uchlichen Schrotladungen f�r die einzelnen Schrotkaliber. Dabei f�llt auf, da� z.B. im Kaliber 12 die 28-Ladung im Minimalbereich liegt. Die 24-Gramm Ladung ist v�llig atypisch. Folglich wird dieses Kaliber nicht optimal ausgesch�pft. Im Kaliber 16 wird es schwierig 28-Gramm Ladungen zu erhalten. Viele J�ger gebrauchen noch dieses Kaliber zum jagdlichen Wurftaubenschie�en. F�r das Kaliber 20 k�nnen sich nun ganz neue Welten er�ffnen, weil hier das Verh�ltnis zwischen Vorladung und den Dimensionen der Patrone im optimalen Bereich angesiedelt ist. Jede Patrone hat einen optimalen Einsatz- und Konstruktionsbereich. Ein ausgewogenes Verh�ltnis von innerem Aufbau zum Leistungsspektrum bestimmen die Wertigkeit einer Patrone. Bei B�chsenpatronen k�me niemand auf die Idee beispielsweise eine .300 WINMAG st�ndig auf die Leistung einer .30-30 WIN zu reduzieren. Dies widerspricht dem Charakter der intendierten Patroneneigenschaften. Das gilt auch f�r Schrotpatronen, ebenfalls einen optimalen Bereich hinsichtlich Vorladung und Geschwindigkeit haben. Die amerikanischen Ballistiker haben daf�r den bei uns ungebr�uchlichen Begriff dram oder auch dramequiva1ent. Urspr�nglich stammt dieses Ma� aus der Schwarzpulverzeit. Ich m�chte es knapp so beschreiben: ein dram ist die Pulvermenge, die eine bestimmte Vorladung auf eine bestimmte Geschwindigkeit beschleunigt. Dram - Angaben finden sich heute noch in Ladetabellen und auf Patronen amerikanischer Hersteller. Doch zun�chst einmal zu den Bestimmungen der DJV-Schie�vorschrift und der DSB-Sportordnung (ISSF (UIT)-Reglement), wie sie bislang g�ltig waren. Nach der DJV-SV waren Schrotpatronen bis Kaliber 12 mit einer maximalen Schrotmasse von 36,0 Gramm (>1,25 oz) zugelassen. Zu allem mu� zun�chst vorausgesetzt werden, da� es sich um Bleischrot handelt. Das wird noch wichtig, wenn die Frage nach dem Sinn des ganzen gestellt wird. Der Schrotdurchmesser ist nach der Schie�vorschrift f�r Trapst�nde auf maximal 2,5 mm und f�r Skeetst�nde auf maximal 2,0 mm festgelegt. In der Regel werden beim Trap Schrotdurchmesser von 2,2 mm (# 8) und 2,4 und beim Skeet von 2,0 (#9) eingesetzt. Hierbei wird stillschweigend Blei (Pb) als Projektilmaterial vorausgesetzt. Die Regeln der seinerzeitigen UIT (Union international de tir / Internationale Sch�tzenunion) und somit der DSB (Deutsche Sch�tzen Bund) gestatteten bislang f�r das Wurfscheibenschie�en (Trap und Skeet) eine Schrotladung von 32,0 Gramm (>1 1/8 oz.) Bleischrot. Folgende Tabellen erleichtern es, die Zusammenh�nge zwischen und der Korngr��e und der Ladung einerseits und dem Material und der K�rnerzahl andererseits zu verstehen. Zum Vergleich und zur Orientierung wird hier eine Umrechnungstabelle zwischen Gramm (g) und Unzen (oz) abgebildet. Tabelle 2: g/oz Umrechnung Tabelle 3: Masse / Korngr��e Kaliber 12 (Blei) Tabelle 4: Material / K�rnerzahl / Korngr��e / Masse Aus den unterschiedlichen Dichten von Blei (Pb = 11,6 g/cmł) und Eisen (Fe = 7,8 g/cmł) ergeben sich zwangsl�ufig f�r Stahlschrot h�here K�rnerzahlen bei gleicher Korngr��e und Vorladungsmasse. Die Querschnittsbelastung und damit die ballistischen Eigenschaften werden gegen�ber dem Bleischrot geringer. Bekanntlich werden (vgl.: DEVA Untersuchung / Shotloading Handbook) f�r Stahlschrote gr��ere Korndurchmesser erforderlich, um vergleichbare ballistische Werte (Flugbahn /Energie) wie beim Bleischrot zu erhalten. Der Korndurchmesser ist dann soweit zu vergr��ern, bis die Masse von Blei- und Stahlschrot gleich ist, wird der Korndurchmesser f�r Stahlschrot gr��er, mu� auch zwangsl�ufig die Masse der Ladung angehoben werden, um die gleiche K�rnerzahl zu erreichen, damit die Deckung des Schrotschusses gewahrt bleibt. Deckung und Streuung sind die spezifischen und gew�nschten Eigenschaften des Schrotschusses. Stimmt ein Faktor nicht, dann wird ein Schrotschu� fragw�rdig, wenn nicht gar �berfl�ssig. Diese einfachen physikalischen �berlegungen sollten Auswirkungen auf das Reglement haben. Die Flugweite der Wurfziele ist entsprechend der ver�nderten Deckung durch Reduzierung der Anfangsgeschwindigkeit zu verringern. Die ist f�r den jagdlichen Bereich enorm wichtig, weil ja recht unterschiedliche Disziplinen nicht nur mit ein und derselben Waffe sondern sogar noch mit denselben Chokes geschossen werden m�ssen. Von der �bung f�r unterschiedliche jagdliche Situationen m�chte ich hier noch gar nicht reden.

2. Warum Reduktion der Schrotmasse ?

Hier und da regt sich schon die eine oder andere kritische Frage nach den Gr�nden f�r diese pl�tzliche Reduzierung der Schrotmasse. Dabei m�chte ich die Gr�nde der Sportsch�tzen und die der J�gerschaften getrennt aufzeigen und betrachten.

2.1 Beweggr�nde der Sportsch�tzen (ISSF (UIT) / DSB).

Wer schon einmal h�here Meisterschaften im Wurfscheibenschie�en ( das Wort Wurftaube gibt es im Vokabular der Sportsch�tzen offiziell nicht mehr, ebenso wie der laufende Keiler der laufenden Scheibe gewichen ist) verfolgt hat, wird festgestellt haben, da� doch recht viele Sch�tzen die volle Trefferzahl von 200 Wurfscheiben erreichen oder mit gleicher Trefferzahl auf den vorderen Pl�tzen 1iegen. Dies f�hrt zu schier endlosen Stechen, die f�r Sch�tzen und Funktion�re doch recht belastend sind und das Schie3en nicht gerade publikumswirksamer machen. Da kam jemand auf die Idee, als Handikap die Schrotladung zu reduzieren. Dies ist in gewissen Grenzen m�glich und auch akzeptabel, weil sportliche Wurftauben-sch�tzen ihre speziellen Disziplinen mit besonders daf�r ausgelegten Waffen und Anschlagarten aus�ben. Dieses Handikap hat im sportlichen Bereich sicherlich seine gerechtfertigte Begr�ndung. So werden ja auch in gewissen Abst�nden die Zielscheiben verkleinert, um die Leistungsspitze zu differenzieren. Alternative M�glichkeiten sind, die Schu�entfernungen zu vergr��ern, oder die Anfangsgeschwindigkeit der Scheiben zu erh�hen, um folglich die Wurfweite zu verl�ngern. Aber auch hier sind irgendwo sachliche Grenzen gesetzt, die dann �berschritten werden, wenn Treffer zuf�llig werden. Im sportlichen Wurfscheibenschie�en finden Europa- und Weltmeisterschaften statt. Es ist sogar olympische Sportart. Deshalb sind internationale Vereinbarungen nicht nur wichtig, sondern unverzichtbar.

2.2 Beweggr�nde beim Jagdlichen Schie�en

Die viel drastischer ausgefallene Reduzierung beim jagdlichen Schie�en m��te auch schon andere Gr�nde liefern, weil es auch andere Voraussetzungen gibt. Immerhin betr�gt die K�rzung 22,2% Denn die erlaubte Vorladung wurde von 36 Gramm auf 28 Gramm gek�rzt. Das ist erheblich. Im jagdlichen Schie�en gibt es kein internationales Reglement. Auch gibt es keine internationalen Meisterschaften, allenfalls wenige internationale Vergleiche, die nicht allgemein zug�nglich sind. Deshalb kann mit internationaler Vereinheitlichung nicht argumentiert werden. Neben der L�rmbelastung auf Schie�st�nden wurde in letzter Zeit die Belastung der B�den durch Bleischrot als Angriffsfl�che gegen das Schiessen angef�hrt. Hierzu fanden umfangreiche Untersuchungen statt, die auch ver�ffentlicht wurden. So ist beispielsweise der Bericht aus dem Bayerischen Landesamt f�r Umweltschutz (Heft 78) zu bestimmten Ergebnissen gekommen, die mittlerweile zu Empfehlungen f�r die Genehmigungsbeh�rden gef�hrt haben. Als gewichtiges Argument wird angef�hrt, da� durch die Bleiimmission auf Schie�st�nden erheblich reduziert wird. Sicherlich ist die Bleibelastung von B�den ein ernstes Problem, das den umweltbewu�ten J�ger nicht vor die Frage stellt, 28 oder 36 Gramm zu nehmen, sonder vielmehr die Frage hervorruft, �berhaupt noch mit Schrot in der �berkommenen Form zu schie�en. Dies w�rde aber letztlich bedingen, da� das gesamte jagdliche Schrotschie�en aus reinen Erw�gungen des Umweltschutzes heraus v�llig neu konzipiert werden mu�, wenn es �berhaupt noch vertretbar sein soll. Oder wer hat jemals ernsthaft �ber solche Dinge wie Bleir�ckgewinnung oder Eintragsfl�chenveringerung nachgedacht? Nachdem wir jahrelang darauf hingewiesen haben, wurde einige entsprechende Konzepte entwickelt und teils auch schon umgesetzt. Eine  Bleir�ckgewinnung w�rde wiederum eine konzeptionelle �berarbeitung jagdlichen Wurftaubenschie�ens bedeuten. Dagegen kommt mir die Schrotmassenreduzierung wie eine schwache kosmetische Zahlenkorrektur vor. Wenn ernsthaft der Umweltschutzgedanke hinter dieser �nderung st�nde, dann w�re es dringend erforderlich Alternativmaterialien zu f�rdern. So k�nnten z. B. entsprechende Korngr��en und Schrotmassen f�r Weicheisenschrot festgelegt werden. Dessen Benutzung k�nnte durch das Reglement gef�rdert werden, indem beispielsweise bei Treffergleichheit der Weicheneisenschrotbenutzter bevorzugt wird. Aber leider ist von �hnlichen �berlegungen kaum etwas zu vernehmen. Aber dann w�re noch so manches zu �ndern.

Auf Schie�st�nden, die aufgrund ihrer geologischen Struktur und ihres Bewuchses mit den umweltsch�tzerischen Anforderungen vereinbar sind, ist es letztlich gleich, mit welcher Schrotladung geschossen wird, landwirtschaftliche Nutzung ist ohnehin ausgeschlossen. Denn nach offizieller Darstellung ist jagdliches Schie�en nie Selbstzweck, sondern vielmehr �bung f�r waidgerechte Jagdaus�bung und tiersch�tzerischem Schu�waffengebrauch. Dabei darf es keine sportlichen Aspekte geben, denn nur der sicher t�tende Schu� ist ein jagdlich vertretbarer Schu�. Der ,,normale" J�ger (normal: = der nicht st�ndig an DJV-Meisterschaften teilnehmende J�ger), der zum jagdsportlichen Schie�en keine Resonanz herstellen kann, wird in seinem �bungsbestreben gehindert oder gar frustriert, wenn er pl�tzlich erheblich weniger Wurftauben trifft, weil er eben nicht so schnell schie�t wie ein trainierter Wettkampfsch�tze. Deshalb trifft sein zweiter Schu� u.U. nur noch rein zuf�llig. Wie kann er dann seine Fertigkeit, mit dem zweiten Schu� einen Fehler des ersten Schusses zu berichtigen, richtig einsch�tzen und trainieren? Deshalb kann das Umweltschutzargument in diesem Zusammenhang absolut nicht gelten, weil der Entlastungseffekt nicht deutlich wird. Denn es wird zu untersuchen sein, ob nicht letztlich der Bleieintrag durch die 28 Gramm-Ladung gr��er wird. weil erstens h�ufiger gefehlt wird, und weil h�ufiger ein zweiter Schu� erforderlich wird. Damit werden dann 56 (48) Gramm statt bisher 36 oder 32 Gramm f�r eine Wurftaube gebraucht. Au�erdem mu� letztlich mehr geschossen werden, um die gleichen Resultate zu erhalten. Um diese These zu untermauern ist die Beobachtung der Flintenergebnisse bei Meisterschaften. wenn meine �berlegungen hinsichtlich des Bleieintrages richtig sind, dann m��te die Zahl der gefehlten Wurftauben und die Gesamtzahl der Treffer Zwei gegen�ber den Vorjahren gestiegen sein. Das hei�t aber auch, da� die Ergebnisse im Durchschnitt etwas geringer ausfallen m��ten. Eine nach Leistungsklassen differenzierte Analyse w�rde dann ergeben, da� die Ergebnisse der weniger ge�bten Sch�tzen deutlicher absinken als die der Spitzensch�tzen. Die sehr guten Sch�tzen werden sicher mit jeder Laborierung besser zurecht kommen, so da� der Abstand zu den "normalen" J�gern gr��er wird. Sobald entsprechende Zahlen vorliegen, werden die Ergebnisse verglichen. Meines Wissens nach, hat der internationale Verband bestimmter Flintendisziplinen - die  F.I.T.A.S.C.  einer Reduzierung der Schrotmasse von 36 Gramm aus guten Gr�nden lange Zeit nicht nachgegeben. Jedoch nach einigen Streitigkeiten sind ab 2005 auch bei der FITASC  - aus welchen abwegigen Gr�nden auch immer - nur noch 28 Gramm Ladungen zugelassen sein, was sicher eine ungute Tendenz andeutet. Es stellt sich die Frage wer da wen mit welchen Mitteln zu einer �nderung bewegt hat. Auf jeden Fall wird eine verdeckte Preiserh�hung protegiert.

3. Munitionskosten

In der Vergangenheit wurden Preisanhebungen bei Schrotpatronen h�ufig mit einen Anstieg der Bleipreise begr�ndet. Da jetzt erheblich weniger Blei verwendet wird, w�re eine Preissenkung sicherlich auch begr�ndbar. Aber davon habe ich noch nichts bemerkt. Material wird eingespart. gro�artige Neuentwicklungen waren nicht erforderlich. Auch die Logistik kommt nicht zu kurz., werden bislang Schrotladungen von 36/34/32/30/28/24/21 Gramm angeboten, so bleibt jetzt nur noch eine sp�rliche Ladungspalette �brig. Es steht also einer Preissenkung nichts im Weg? Aber verfehlt - die Schrotmassenreduzierung ist eine massive latente Preiserh�hung. Diese Preiserh�hung wird durch Wetkampfbestimmungen insbesondere beim jagdlichen DJV-Schie�en beg�nstigt.

4. Zur Ballistik

Ergeben sich ballistische Ver�nderungen durch die 28/24-Gramm Patrone? Es wird dieser Patrone nachgesagt, da� der R�cksto� geringer ist, da� die M�ndungsgeschwindigkeit gr��er ist und da� sie sich angenehmer schie�t. Wie sehen die Fakten aus, wenn man sie von subjektiven Empfindungen l�st ?

Hierzu einige Beispiele, deren Zahlen auf Herstellerangaben beruhen, berechnet f�r eine Flinte mit einer Masse von drei Kilogramm R�cksto�energien.

v 0 m 0 m 0 E r p
m / s g oz J Ns
400 36 1,25 38,5 14,4
380 36 1,25 34,7 13,7
390 32 1,125 29,3 12,5
400 30 1,1 27,3 12,0
400 28,4 1,0 27,5 11,4
380 28 0,99 21,7 10,6
400 24,85 0,88 21,2 9,9
380 24 0,85 20,9 9,1
420 24 0,85   10,1
450 21,3 0,75   9,6
460 21 0,74   9,7

Die Werte zeigen, da� die R�cksto�energien im Bereich zwischen 32 und 28 Gramm kaum wesentlich verschieden sind. In der Regel sind die Unterschiede f�r den Mensch nicht wahrnehmbar, deshalb beruhen �ber ,,weicheres Schie�en" allein auf subjektiven Aussagen Empfindungen. Ferner wird gesagt, da� die 28-Gramm Patronen schneller sind als Patronen mit gr��erer Ladung. Sicherlich ist in gewissem Rahmen Geschwindigkeitssteigerung m�glich, aber das ist auch mit anderen Schrotladungen m�glich, wie die ballistischen Tabellen Handladedaten insbesondere amerikanischer Hersteller ausweisen. Unter der  1 oz Ladung bleibt der M�ndungsimpuls relativ konstant.

Ende der 70- Jahre des vorigen Jahrhunderts brachte ein gro�er deutscher Schrotpatronenhersteller eine 28-Gramm-Ladung auf den Markt. Wer erinnert sich nicht noch an die preisg�nstigen gr�nen Vollplastikh�lsen dieser Spezialpatrone. Die Technik war also schon einmal da. Beliebt waren diese Patronen nicht.

Warum verschwand diese Patrone wohl wieder vom Markt?

Wie sieht es um die Wesensmerkmale der Schrotpatrone Streuung und Deckung bestellt?

Hierzu brauchen eigentlich keine gro�artigen experimentellen Untersuchungen angestellt werden, da jede Flinte andere Ergebnisse liefert, die in der Tendenz eindeutig sein d�rften. Mit logischer �berlegung wird man recht bald dahinterkommen, da� weniger Schrot auch weniger Fl�che deckt oder ungleichm��iger verteilt ist, so da� L�cken entstehen. Dies deckt sich auch mit den Beobachtungen von Herrn Strube. Ebenso sind in diesem Zusammenhang die Ausf�hrungen Lothar Kassuhn (Direktor VEB Sch�nebeck Horrido) zu werten. In VDB aktuell 3/89 weist er der 28-g-Patrone einen optimalen Bleischrotdurchmesser von 2,33 mm zu. Damit erh�ht sich die K�rnerzahl leicht gegen�ber dem 2,41 mm Schrot. Die g�nstige M�ndungsgeschwindigkeit liegt zwischen 375 und 385 m/s, wenn die Querstreuung nicht zu gro� werden soll. Dies zeigt, da� der vielgelobte Vorteil der h�heren Geschwindigkeit insofern gar nicht zutrifft, oder nachteilige Wirkungen hat. Das Bild wird einseitig verzerrt, wenn 32-g-Ladungen mit 2,4 mm und 28-g-Ladungen mit 2,3 mm Schrot in der Deckung verglichen werden, zumal die Schu�entfernung nur 20 Meter anstatt der �blichen 35 Meter. Auf diese Weise kann jede Ladung kombiniert mit einer beliebigen Schrotgr��e die gew�nschten Resultate bringen.

In die gleiche Richtung zielt die subsonic (Unterschallgeschwindigkeitspatrone v < 330 m/s) z.B. der Dynamit Nobel. Sie erreicht mit 28 g Schrot und einem Gasdruck p 307 bar eine M�ndungsgeschwindigkeit von 320 m/s. Zwar wird die L�rmimmission von 115,x auf 111,8 dB/A gesenkt, jedoch kann das negative Auswirkungen und Auflagen f�r manche Schie�anlagen nach sich ziehen. Die ballistischen Vorz�ge der 28 g-Ladung sind jedoch damit endg�ltig abgeschrieben. Vor einigen Jahren habe ich selbst mit Niederdruckschrotpatronen experimentiert, jedoch die Versuche abgebrochen, als keine Verbesserungen sichtbar wurden. Letztlich sind aus ballistischer Sicht eher Nachteile als Vorteile festzustellen. Zumal die schnellen Sch�tzen durch die stark abnehmende Deckung den bed�chtigen Sch�tzen gegen�ber im Vorteil sind.

5. L�sungsans�tze

Welche anderen M�glichkeiten gibt es denn, um den Nachteilen entgegenzuwirken? Da ist zuerst einmal die bereits erw�hnte Reduzierung der Wurftaubengeschwindigkeit und damit eine Verringerung der Wurfweite. Zweitens k�nnen gr��ere Abgangswinkel f�r die Wurftauben eingestellt werden, wodurch sich die Flugdauer erh�ht. Zum dritten wird es h�chste Zeit da� das jagdliche Schie�en sich endlich von und �berholten Vorschriften l�st und sich von antiquierten Vorstellungen verabschiedet. Zuallererst m�ssen Wechselchokes und auch der Chokewechsel zwischen Trap und Skeet beim jagdlichen Schie�en zugelassen werden. Es ergibt keinen Sinn, diametral entgegengesetzte Schie��bungen mit den gleichen Chokes ausf�hren zu m�ssen. Jeder Flintenhersteller, der etwas auf sich h�lt hat Wechselchokewaffen im Programm, die gerade f�r die Jagd sinnvoll sind. Warum nicht f�r das jagdliche Schie�en? Man k�nnte sicherlich bestehende Nachteile beim Trap lindern. Beim Skeet braucht man nicht auf die oftmals teureren Streupatronen ausweichen, die zudem die Plasitikstreukreuze in die Umwelt eintragen. Mit entsprechenden Chokewechselm�glichkeiten k�nnte u. U. ganz auf Plastikzwischenmittel verzichtet werden und auf Patronen mit verrottendem Filz- oder Pappzwischenmittel zur�ckgegriffen werden. Wenn Umweltschutz, dann aber bitte konsequent zu Ende denken. Als n�chstes mu� das ebenso unsinnige wie �berfl�ssige Verbot von selbstgeladenen Schrotpatronen" aus der DJV-Schie�vorschrift ersatzlos wegfallen. Denn wer Umweltschutz praktizieren will, der mu� auch die M�glichkeit haben die H�lsen wiederzuverwerten. Dies fordern auch die fachlichen Empfehlungen zur �berpr�fung und Genehmigung von Wurftaubenanlagen dreier bayerischer Landes�mter (Geologie; Umweltschutz; Wasserwirtschaft (AZ: 4157-6, 2/5-253-154/88, 11/ 5-4561).

Nebenbei bemerkt sind handgeladene Patronen nicht unbedingt selbstgeladen. Denn nur dem Handlader kann es gelingen unter Beachtung der 24- oder 28-Gramm Ladung eine f�r seinen Schie�stil und seine Flinte optimale Ladung zu erstellen, Sicherlich wird dagegen eingeredet werden, da� es nicht kontrollierbar sei, ob nun tats�chlich 24- oder 28-Gramm-Schrot in der H�lse sind. Dem ist entgegenzuhalten, da� derzeit auch nicht kontrollierbar ist, welche Schrotmasse tats�chlich in der H�lse ist. Was auf der Packung oder der H�lse steht ist doch unerheblich. wenn jemand mogeln will, das tut er es auch. Das Problem liegt darin, da� die Aufsichten so oder so nicht in der Lage sind eine entsprechende Kontrolle durchzuf�hren. Letztlich kommt also noch das Problem der Kontrolle als Generalverdacht hinzu.

Schie�en soll Spa� machen, jagdliches Schie�en soll der Jagd zugute kommen, aber irgendwann mu� doch mal Schlu� sein mit irrwitzigen Vorschriften, die die J�ger sich durch ihre Funktion�re in den bestimmten Jagdverb�nden unn�tigerweise selbst auferlegen. Und diese Tendenz ist gef�hrlich. Abgesehen von der heimlichen Enteignung des Bestandes an Schrotpatronen, w�re etwas mehr Hirnschmalz besser gewesen. Ich m�chte auch weiterhin gerne schie�en, ohne mich mit �berzogenem Regelwerk herum�rgern zu m�ssen. Einige dieser Geister, um Goethes Zauberlehrling anzuf�hren, haben J�ger und Sch�tzen ohne Not in die Verordnungen gezaubert. Aber wie werden wir sie wieder los, wenn sich nach einiger Zeit herausstellt, es ist doch ganz anders.

(c) HMBL

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