JAGD JOURNAL - TIP #1

Erste Schritte fallen in jeder Sportart jedem mehr oder weniger schwer. Beim Golf oder Skifahren ist es selbstverständlich, nachdem man die Ausrüstung mit ganz besonderer Sorgfalt ausgewählt hat, zumindest einen Kurs mitzumacht oder regelmäßig Privatstunden nimmt. Aber beim Schießen kennen viele Jäger und Sportschützen diesen Weg leider nicht oder scheuen sich Stunden zu buchen. Aus diesem Grund haben wir den wohl bekanntesten Schießlehrer Deutschlands aufgesucht, um für unsere Leser seine Geheimnisse zu erfahren. Ein Nachmittag bei Freiherr Gustav von Fürstenberg auf Gut Bohlen bei Osnabrück brachte ein aufschlußreiches Gespräch und viele interessante Tips.

Was haben Skifahren und Schießen gemeinsam?

Freiherr von Fürstenberg empfing mich auf seinem Landsitz herzlich und räumte jedoch sofort ein, daß er mir in ca. 6 Minuten alles erzählen könne, was für das Flintenschießen wichtig ist. Aber dann haben wir uns doch drei Stunden angeregt unterhalten, um schließlich feststellen zu können, daß aller Anfang so leicht wie möglich gemacht werden kann. Dabei sind jedoch einige Voraussetzungen zu beachten. Hier die Quintessenz des Gespräches. Gerne erinnere ich die Besuche und Gespräche auf Gut Bohlen.

Im Pulverdampf ergraut ... 
Gustav Freiherr von Fürstenberg
 *08.07.1927  + 22.12.2007
 ein unvergessener hochverdienter Jäger und Schießlehrer

Körperliche Verfassung

Ein Schütze braucht ein gutes Augenlicht, um das Ziel sicher aufzufassen, ebenso wie eine gewisse Nervenstärke, die auch bei Schreck (Knall) und Schmerz (Kontakt mit heißen Läufen, Hülsen etc.) Gelassenheit garantiert

Die Flinte muß passen

Niemand wird auf die Idee kommen, in Skischuhen zu sprinten, aber um den richtigen Sitz des Gewehrs kümmern sich leider nur zu wenige. Die Folgen sind vergleichbar mit denen des autodidaktischen Skifahrers - verkrampfte Haltung, blaue Flecken und schließlich Frust. Um dies zu vermeiden, sollte man den Rat des Fachmannes nicht ausschlagen sondern suchen. Erfahrene Schießlehrer, wie Freiherr von Fürstenberg haben nicht nur ein Auge für nötige Schaftveränderungen, sie stellen vielmehr die exakten Schaftmaße fest. Hierzu hat Herr von Fürstenberg ein Spezialgelenkgewehr konstruiert, welches erlaubt, mit wenigen Einstellungen die genauen Maße festzustellen. Denn der Schuß muß bei bequemem Anschlag im Zielpunkt sitzen. Serienwaffen lassen sich leicht abändern und liegen dann optimal. Oftmals bringen schon geringfügige Veränderungen am Schaft größten Effekt. Anfänger sollten sich für ein nicht zu leichtes (mittelschweres) Gewehr entscheiden. Es muß aber ausbalanciert sein. Auch ist es für den Anfänger nicht ratsam, mit harten Patronen zu schießen. Vorladungen um 30 Gamm sind sehr wirksam und lassen sich recht weich schießen, jedoch sollte man nicht deutlich unter 30 Gramm gehen.

Vertrauen bringt Sicherheit

Wer sich und seiner Waffe das nötige Selbstvertrauen entgegenbringt, der besitzt die innere Ruhe zum Schießen und zur Jagd. Er kann auch manches Wild fliegen lassen, weil er sich seiner Fähigkeiten bewußt und seiner Fertigkeiten sicher ist. Schußhitze ist ihm unbekannt. So wird Schießen und Jagd zur Freude. Schießen muß Spaß machen. Unzufriedenheit oder gar Frust haben beim Sport und bei der Jagd nichts zu suchen.

(c) HMBL
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